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Body-Stylist

F A S Z I E N

Re-Modelling: Das ewige Gesetz


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Ohne das Bindegewebe kann kein Stoffwechsel stattfinden. Es besteht zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Dieses fliesst durch den gesamten Raum zwischen Zellen, Geweben und Organen und verbindet - ähnlich wie ein sich verzweigender Fluss - alles miteinander.

Das im Bindegewebe enthaltene kollagene Fasernetz gibt Halt, während Elastinfasern für Beweglichkeit sorgen. So schafft es die bindegewebige Hülle, dass sich Organe ausreichend bewegen und gleichzeitig an ihrem Platz beiben können.

Im Zellzwischenraum finden sich auch Lymphbahnen, Blutgefäße und Nervenendigungen. Sauerstoff sowie Nährstoffe und Stoffwechselendprodukte müssen alle durch diesen Transit-Raum, um zur jeweiligen Zielzelle zu gelangen.

Das Bindegewebe als Stoffwechselraum sorgt für die Grundregulation des Organismus und strebt von Natur aus immer nach einem biochemischen und mechanischen Ausgleich der Kräfte.

Thomas W. Myers, Körpertherapeut und Autor des mittlerweile legendär gewordenen Buches „Anatomy Trains“, verdeutlicht dieses natürliche Bestreben anhand von Stress:

„Wenn sich Stress im Körper ansammelt, hat er nur zwei Wege nach draußen. Der eine Weg führt über die Körperchemie. Der andere Weg führt über Verspannungsmuster in unserem Körper.“ 

Egal, ob Stressreaktion, Blutzucker, Temperatur, Sauerstoffversorgung oder Kraftverhältnisse: Der Körper reguliert mit einem intelligenten Regelkreis die mechanischen und biochemischen Ungleichgewichte.

Das Leben ist nicht statisch, sondern ein dynamischer Prozess, der vom ständigen Wandel lebt. Es findet immer Aufbau und Abbau statt, Einatmen und Ausatmen, Anspannen und Entspannen. 

Es sind, streng genommen, noch nicht einmal Gegensätze. Ebenso wenig lassen sie sich in Schubladen wie "gut" oder "schlecht" stecken. 

Vielmehr handelt es sich um temporäre Erscheinungen, wie Tropfen in einer Welle, die nicht starr ist, sondern veränderlich, die sich dynamisch anpasst und verändert.

Stoffwechsel ist nichts anderes als dieser ewige Wandel. Sauerstoff wird aufgenommen, in Energie verwandelt und Kohlenstoffdioxid wird abgegeben. 

Ebenso werden Hormone produziert und wieder abgebaut, Nährstoffe aus dem Essen gezogen, verwertet und der Rest ausgeschieden.

Zu viel Stress? Zu wenig Bewegung? Zu viel Zucker? Zu wenig Schlaf? - Unser Körpersystem urteilt nicht. Es bewertet nicht. Es nimmt die aus der Balance geratenen "Zustände" als Information, veranlasst Regulierungen und stellt, sofern möglich, ein erneutes Gleichgewicht her.


Übrigens: Auch Schmerz ist Teil des Feedback-Systems. Gefühle sind die Sprache des Körpers, sie liefern Informationen und bilden als solches ein verlässliches Leitsystem.

Allerdings ist es heutzutage üblich, die alarmgebenden Gefühle nicht als das anzunehmen, was sie sind: Informationen. Statt dessen werden sie negativ bewertet. Und die Schulmedizin hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Schmerz als Informationsüberbringer so schnell wie möglich mit schmerzstillenden Mitteln zum Schweigen zu bringen. 

Fast jeder hat mittlerweile Aspirin oder Ibuprofen in seinem Küchenschrank liegen. In unserer Gesellschaft ist es normal geworden, den Schmerz, den Informationsüberbringer, zu verdrängen und zu beseitigen.

Dabei bat schon Sophokles: "Töte nicht den Boten". Oder wie man heute sagen würde: Don´t shoot the messenger.






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Bionik - Baupläne der Natur






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Faszien: Geniale Natur

In den verschiedenen Regulationen entfaltet sich das Leben in Prozessen durch Potentiale.

Dabei hat jedes Potential seine Zeit. In einem dynamischen Wechselspiel entsteht so vollkommen natürliches, perfektes Wachstum.

Faszien sind der Raum dieser Wechselwirkung, in dem die Balance des Lebens reguliert wird (siehe Pischinger Raum).

Das Bindegewebe ist nun, wie alles andere auch, bestimmten Konstruktionsprinzipien der Natur unterworfen. 

Da ist zum einen die Wabenstruktur.

Sie ist die optimale Bauweise, um das Maximum an Zug- und Biegespannung auszuhalten und bietet gleichzeitig sehr gute Stoßdämpfung

Beides ist wichtig, um punktuelle Belastungen, aber auch Überlastungen aufzufangen, indem Kräfte über diese Systeme verteilt werden.

So bleibt die Funktionalität der Strukturen erhalten und die Lebensdauer verlängert sich.

Zum anderen setzt die Natur mit spiralig gedrehten Kollagen- und Elastinfasern in den Faszien ein Baumaterial ein, das sehr anpassungsfähig und formbar  ist.

Diese Kombination von spiralförmigen Windungen mit der Wabenform findet sich häufig in der Natur. 

Sie ist so genial, dass Konstrukteure diese bionischen Formen in der Architektur, aber auch für energieabsorbierende Bauteile nutzen.

Doch zurück zum lebenden Organismus.

Proteinfasern als Netzwerkstoffe sind ideale Materialien für natürliche Wachstumsprozesse. Denn wo der Körper hohen Beanspruchungen ausgesetzt ist, springen sie helfend ein und verstärken den entsprechenden Bereich.

Nun kann es passieren, dass Prozesse ablaufen, deren Auswirkungen uns "stören". Entweder indem der Körper "zu viel" verstärkt, so dass z.B. ein Fersensporn entsteht oder eine verdickte Lumbalfaszie, die Schmerzen im unteren Rücken verursacht.

Möglich ist auch, dass sich fasziale Strukturen abbauen und das immer schwächer und schlaffer werdende Gewebe so gar nicht unseren Vorstellungen von Form entspricht.

Der Körper ist aber auch hier nicht mehr als eine Momentaufnahme. Änderungen finden jeden Augenblick statt.

Jeder Mensch hat in jedem Augenblick die Möglichkeit, seine Potentiale voll auszuschöpfen, sich zu verwandeln und zu verändern.

Das ist das Prinzip des Lebens, das rhythmische Verwandeln: Denn es findet immer Aufbau und Abbau statt.

Das ist unser Re-Modeling.

Weil niemand in einem statischen, immer gleichbleibenden Körper gefangen ist, hat jeder die Möglichkeit sich zu verwandeln.

Immer.

Ohne Ausnahme.


Wunder Wandel

Der Mensch besteht etwa aus 100 Billionen Zellen, die rund um die Uhr arbeiten. Die Prozesse in der mikroskopisch kleinen Welt der Zellen sind für uns unsichtbar und kaum vorstellbar.

Die Harvard Universität hat 2011 einige dieser Vorgänge sichtbar gemacht und einen animierten Film produziert, der die Mechanismen von weißen Blutkörperchen zeigt:

 







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Alter? Energie!

Kleine Kinder haben ein wunderbar geschmeidiges Fasziennetz. Jede Bewegung fällt ihnen leicht, sie springen, hüpfen und rennen aus purer Lebenslust (und ohne Not). Sie haben ein hohes Energieniveau, sie sind sozusagen faszial flüssig. 

Wie wir bereits festgestellt haben, ist der Körper keine feste Struktur. Eigentlich hat der klassische Körperbegriff bereits seit Einstein ausgedient.

Alles ist Energie. Der Physiker und ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts, Hans-Peter Dürr, fasst diese Erkenntnis folgendermaßen zusammen:

"Es gibt streng genommen keine Elektronen, es gibt keinen Atomkern, sie sind eigentlich nur Schwingungsfiguren. An diesem Punkt hatten wir die Materie verloren. Denn was wir am Ende allen Teilens vorfanden, waren keine unzerstörbaren Teilchen, die mit sich selbst identisch bleiben, sondern ein feuriges Brodeln, ein ständiges Entstehen und Vergehen, etwas, das mehr dem Geistigen ähnelt - ganzheitlich, offen, lebendig."

Faszien verdeutlichen das sehr schön: Sie trennen und verbinden zugleich. Sie haben keine Grenzen, denn eigentlich handelt es sich bei ihnen nur um eine einzige Faszie, um ein energetisches Fliess-System. Dieses ist ständig in Bewegung, im Wandel. 

Im Stoffwechselraum kann es deshalb auch keine Trennung von Innen und Außen geben. Was innen ist, bestimmt, was aussen ist. Und umgekehrt.

Innen ist Außen. Außen ist Innen. Die Energie wechselt bzw. wandelt lediglich ihre Gestalt.

Die Worte Stoffwechsel und Lebenswandel setzen diese Bedeutung sehr deutlich um.



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Dynamisch kooperativ

Wenn ein Erwachsener dauergestresst ist, verklumpt das fasziale Fließsystem an einer oder mehreren Stellen. Sein energetischer Zustand ist niedrig, er hat wenig Kraft, wenig Lust auf Bewegung und ist deshalb unbeweglich. 

Der Mensch wird nicht alt, weil Zeit vergangen ist, sondern weil seine Energie, sprich sein Stoffwechsel, blockiert ist.

Schon Paracelsus war der Auffassung, dass es eigentlich nur eine Krankheit gibt: die Stauung. Neue Forschungen geben ihm Recht. 

In der modernen westlichen Welt, die von innerer Ruhelosigkeit bei gleichzeitiger äußerer Bewegungslosigkeit geprägt ist, können diese Stauungen im Bindegewebe Ursache für Zivilisationskrankheiten sein.

Fließen, Bewegen: Das ist Leben. 

Stauung: Das ist Krankheit. 

Dauerhafte Erstarrung: Das ist physischer Tod.

Eine nicht zu unterschätzende Erkenntnis, die in der Wieder-Entdeckung der Faszien steckt, besteht u.a. darin, dass der Mensch in seinem Wesen bis in die kleinste Zelle dynamisch kooperativ ist.

Alles fließt und ist letztlich eins. 

Einer allein: Das war die Anatomie der Isolierung in einzelne Systeme, die den Körper auseinandergeflochten hat in Knochen, Muskeln, Nerven- und Lymphsystem, Blutkreislauf, Atmung, Verdauung... usw. 

Das wahre Wesen des Menschen aber ist sein fließendes Verbunden-Sein. Deshalb bestehen wir zum Großteil aus Wasser.

Unser energetisches Zentrum ist also kein fixer Ort. Die Quelle unseres Lebens fließt: Überall. 

Hinweis

Wer sich für Quantenphysik interessiert: Die wissenschaftlichen Forschungen von Nassim Haramein, dem "Albert Einstein unserer Zeit", bestätigen dieses für den Mikrokosmos ebenso wie für den Makrokosmos. 


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